Ausgebremst! – Teil 4 der Strong is sexy-Serie

Ausgebremst! – Teil 4 der Strong is sexy-Serie

Zugegeben – mit Teil 4 sind wir diesmal etwas spät dran. Der Alltag ist unserer Gastautorin ins Training gegrätscht. Wie genau, lest ihr in ihrem vierten Erfahrungsbericht der Strong is sexy-Serie.

Der Infekt meines Sohnes und andere Umstände wirbeln meinen Trainingsplan durcheinander.

Der Infekt meines Sohnes und andere Umstände wirbeln meinen Trainingsplan durcheinander.

Mein Blog-Beitrag zu Woche 5 und 6 des Strong is sexy-Trainings kommt diesmal viel zu spät: Der Alltag hat meinen Trainingsplan durcheinandergewirbelt. Zwei Kindergeburtstage an einem Tag, Überstunden für die Arbeit und Heuschnupfen-Alarm zwangen mich bereits in Woche 5 zu vier irregulären Pausentagen. In Woche 6 hat es dann meinen Kleinen erwischt: Bronchitis, Schnupfen, Fieber, schlaflose Nächte für Mutter und Kind. Das alles hat mich Trainings-mäßig ziemlich ausgebremst. Ich hänge dem Trainingsplan ganze 9 Tage hinterher! Dennoch gibt es auch Positives zu berichten.

Hunger wie ein Bär


Mit Start der Woche 5 habe ich plötzlich einen Bärenhunger. Ich könnte ständig etwas essen. Und – das tue ich auch. Mein Kalorienziel von 2.287 kcal überschreite ich in Woche 5 mit Leichtigkeit fast täglich. Auch die Nährwertaufnahme konnte ich besser in die vorgegebene Richtung trimmen und habe durchschnittlich 43 % Kohlenhydrate, 30 % Eiweiß und 27% Fett gegessen. Zum hohen Eiweißanteil verhelfen mir meine beiden neuen besten Freunde: Harzer Käse und Handkäse. Es gibt die beiden Sauermilchkäsesorten ganz praktisch in mundgerechten Portionen. Die streng duftenden Eiweißbomben dienen mir als schnelle Zwischenmahlzeit. Ab Woche 6 steht mein Sohn im Zentrum meiner Aufmerksamkeit. Er ist krank. Die Nährwertaufteilung rückt für mich nun schlagartig in den Hintergrund. War sowieso irgendwie nervig, zumal ich nach fünf Wochen Fokussierung auf Proteine nicht merklich zugenommen habe. Daher hänge ich das Projekt Eiweiß an den Nagel und esse einfach, was mir schmeckt.

Ich dachte Woche 3 und 4 wären hart. Da kannte ich 5 und 6 noch nicht!


Wer Teil 3 der Strong is sexy-Serie gelesen hat, weiß, dass ich mich ganz schön quälen musste. In Woche 5 und 6 wurde es noch schlimmer. Die Pausenzeit zwischen den Runden reduziert sich erneut. Nun habe ich nur noch 2 Minuten zum Verschnaufen. Im Core-Workout stehen drei anstatt zwei Runden an. Als ich dann auch noch im so genannten Wall Walk förmlich die Wand rückwärts hochgehen muss und zum Handstand komme – mit Blick an die Wand und Zehenspitzen an selbige gelehnt – frage ich mich ernsthaft, warum ich mir das eigentlich antue. Das Training ist super anstrengend und jetzt fordert mich das Programm auch noch zur Mutprobe heraus! Nach der ersten Überwindung ist die Übung aber gar nicht mehr so schlimm. Allerdings führe ich sie im Schneckentempo aus und pfeife darauf, wie viele Runden ich davon schaffe. Safety first! 😉

In Woche 5 lässt mich das Training wortwörtlich die Wand hoch gehen.

In Woche 5 lässt mich das Training wortwörtlich die Wand hoch gehen.

Das Countdown-Training der Woche 5 und 6 ist eine Unverschämtheit! Ich soll 50, 40, 30, 20, 10 Ausfallschritte, Burpees (Liegestütze mit Strecksprung) und Kettlebell Swings machen. Das schaffe ich natürlich nicht ansatzweise! In beiden Wochen muss ich abbrechen. Vielleicht zeigen sich nun doch Auswirkungen der vielen irregulären Pausentage? Oder ist das geforderte Pensum einfach nicht zu schaffen? Wieder einmal überkommt mich das Gefühl, dass ich meine Trainingsleistung nicht so recht steigern kann. Das möchte ich nun objektiv überprüfen und führe am Active Rest Day der Woche 5 anstatt einer Ausdauereinheit das „For Time-Time“-Training der Woche 1 und 2 durch und…

Yeah! Yeah! Yeah!

…werde positiv überrascht! In Woche 1 habe ich dafür 24 Minuten gebraucht, vier Wochen später absolviere ich das Training in nur 14 Minuten! Yeah! Ich werde besser (auch wenn es sich während des Trainings nicht so anfühlt)! Allgemein stelle ich fest, dass ich während der Einheiten deutlich weniger huste, generell habe ich weniger Sekret. Das beweist auch das jüngste MRT. Im Vergleich zum Jahr 2015 – meinem gesundheitlichen Horrorjahr (dies beschreibe ich in Teil 1 der Serie) – ist in den unteren Arealen der Lunge gar kein Sekret mehr zu sehen, in der Mitte auch kaum, nur oben sitzt es noch. Diesen Rest hüpfe ich mit Hampelmännern auch noch raus. Außerdem ist meine Lunge nicht mehr so empfindlich. Medikamente, die mich in den vergangenen zwei Jahren eng gemacht haben (zum Beispiel Colifin und Hypertone Kochsalzlösung), kann ich nun wieder inhalieren ohne gleichzeitig total eng und kurzatmig zu werden. Meine frühere Aussage „Ich merke es an der Lunge, wenn ich einen Tag keinen Sport gemacht habe“, kann ich wieder nachvollziehen. Das spornt mich an. Wird es ein Zurück in die positive Vergangenheit meiner Lunge geben? Für den Moment bin ich zufrieden.

Hampelmänner für eine freie Lunge.

Hampelmänner für eine freie Lunge.

Mit Woche 6 kommt der Kick

In Woche 5 kostet mich das Training täglich immer noch Überwindung. Doch am Anfang der Woche 6 kommt der Kick, den ich aus früheren Zeiten vom Laufen kenne. Ich freue mich fast auf das Training. Die Trainingseinheiten ziehen sich nicht mehr so. Ich ertappe mich bei dem Gedanken: „Was schon Runde 2 vorbei? Dann ist das Training ja gleich rum. Schade.“ Am „Active Rest Day“ der Woche 6 fühle ich mich allerdings plötzlich schlapp. Zugegeben, die vergangenen Nächte habe ich nicht so richtig durchgeschlafen. Bei meinem Sohn stellt sich keine Besserung ein. Er bekommt ein Antibiotikum verordnet. Meine Alarmglocken dröhnen. Die Sorge um meinen Sohn und um meine eigene Lunge übertönen die positiven Stimmen der vorhergehenden Erfolgserlebnisse. Werde ich regulär in Woche 7 starten können?

Alex

Hinweis: Der Mukoviszidose e.V. empfiehlt, das Sportprogramm mit dem behandelnden Arzt abzusprechen. 

Teil 1 Strong is sexy-Erfahrungsbericht: Strong and sexy in 60 Tagen? Selbsttest einer Mukoviszidose-Betroffenen.

Teil 2 Strong is sexy-Erfahrungsbericht: Woche 1 und 2 – Muskelkater, Freud und Leid sowie verwirrende Messergebnisse

Teil 3 Strong is sexy-Erfahrungsbericht: Woche 3 und 4 – Intensitätssteigerung und anspruchsvollere Übungen.

 

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