Eine sinnvolle Herausforderung – Interview mit Anne Goldbeck, Patientenvertreterin im CF-CTN

Das wissenschaftliche Gremium des deutschen Studiennetzwerks „CF-CTN Germany“ bewertet klinische Studien mit neuen Arzneimitteln, die in Deutschland durchgeführt werden sollen. Dabei werden die Experten von engagierten Ehrenamtlern unterstützt. Muko.blog sprach mit der Patientenvertreterin Anne Goldbeck.

Frau Goldbeck, Sie sind seit Anfang dieses Jahres Patientenvertreterin innerhalb des Bewertungsgremiums des deutschen Studiennetzwerks „CF CTN Germany“. Was sind dort Ihre Aufgaben?

Als Patientenvertreterin beurteile ich die durch das Gremium begutachteten klinischen Studien hinsichtlich ihrer Praktikabilität für Mukoviszidose-Patienten. Dafür lese ich mir zunächst das vom pharmazeutischen Hersteller zur Verfügung gestellte Studienprotokoll genau durch. Anhand einer Frageliste geben wir Patientenvertreter Rückmeldung, welche offenen Punkte aus unserer Sicht noch geklärt werden müssen. Alle Patientenvertreter sind entweder persönlich von Mukoviszidose betroffen, wie bei mir der Fall, oder haben Verwandte mit CF. So können wir unsere Erfahrungen und Lebensumstände in die Beurteilung des Studiendesigns einfließen lassen.

Was waren Ihre Beweggründe, sich als Patientenvertreterin zu engagieren?

Ich wollte immer schon die Forschung unterstützen. Leider kann ich berufsbedingt nicht an klinischen Studien teilnehmen. Das Angebot des Studiennetzwerks war dann vom zeitlichen Umfang und persönlichem Anforderungsprofil her genau das Richtige für mich. Mich mit neuen medizinischen Sachverhalten auseinanderzusetzen, empfinde ich darüber hinaus als spannende Herausforderung.

Wie viel Zeit nimmt Ihr ehrenamtliches Engagement für Sie in Anspruch?

Der Zeitumfang beträgt ungefähr drei bis vier Stunden pro Bewertungsdurchgang, bei ein bis zwei Terminen im Jahr.

Wie wurden Sie auf Ihre Tätigkeit vorbereitet?

Es gab zu Beginn eine Einweisung durch das CF-CTN-Team in Form eines dreistündigen Online-Seminars, an dem alle Patientenvertreter teilgenommen haben. Darin wurden wir mit dem Layout der Studiendesigns vertraut gemacht. Jede klinische Studienbeschreibung folgt einem vorgegebenen Layout, in dem alle Anforderungen und Details zum Studienablauf beschrieben werden.

Derzeit gibt es vier Patientenvertreter. Kennen Sie sich auch untereinander?

Nein, persönlich kennen wir uns nicht. Die Kollegen habe ich bisher nur einmal in der Videokonferenz gesehen. Ich finde es jedoch gut, dass wir aus verschiedenen Regionen und Hintergründen kommen. Diese Vielfalt spiegelt sich dann auch in unseren Beurteilungen wider. Dass wir uns nicht persönlich kennen, hat auch einen Vorteil: So beeinflussen wir uns nicht gegenseitig.

Wenn Sie jemand Fremden Ihre ehrenamtliche Tätigkeit in drei Adjektiven beschreiben würden, welche würden Sie wählen?

Spannend, sinnvoll und horizonterweiternd.

Das Interview führte Marc Taistra.

Weitere Informationen zum Netzwerk CF-CTN und zu klinischen Studien in Deutschland

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