EYIM 2020 – wieder ein gelungenes Treffen

Vom 26. bis 28. Februar 2020 fand in Paris das European Young Investigator Meeting statt. Es war bereits das 14. Europäische Treffen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. Alle forschen zum Thema Mukoviszidose und sind daran interessiert, ihre Ergebnisse zu teilen und Forschungsfragen zu diskutieren. Mit diesem Treffen schaffen die Veranstalter beste Vernetzungsmöglichkeiten mit dem Ziel, die jungen Forscher in die europäische „CF-Community“ einzubinden und langfristig für das Thema zu interessieren.

Die Teilnehmer des diesjährigen European Young Investigator Meetings

Meeting mit starker deutscher Beteiligung

Deutschland war in diesem Jahr mit 8 von 35 Nachwuchswissenschaftlern recht gut vertreten:

  • Phillipe Dänzer Barbosa aus Hannover (Forschung an einem Modell zur Testung neuer gentherapeutischer Ansätze; Verbesserung der Übertragbarkeit präklinischer Testungen auf den Menschen)
  • Susann Herzog aus Münster (Erforschung der Mechanismen von S. aureus, die es dem Bakterium ermöglichen, der zellulären Abwehr zu entkommen)
  • Mark-Christian Jaborek aus Hannover (Forschung zur Rolle des alternativen Chloridkanals TMEM16A; kann der Kanal als möglicher therapeutischer Ansatzpunkt dienen?)
  • Florian Jaudas aus München (Untersuchung des frühen Entzündungsgeschehens der Lunge an einem CF-Schweinemodell)
  • Mareike Müller aus Siegen (Forschung zum Gender Gap: beeinflussen Östrogene die Biofilmbildung?
  • Marie Luise Nawrot aus Hannover (Untersuchung verschiedener P. aeruginosa Isolate in einem neuen ex vivo Modell; früh vs. spät im Verlauf der Besiedelung)
  • Anja Schulz-Kuhnt aus Erlangen (Erforschung der Rolle von Blut-Lymphozyten im Hinblick auf das Entzündungsgeschehen und Gewebeveränderungen in der Lunge)
  • Stella Jianghui Zhu aus Heidelberg (Forschung zu Makrophagen: sind die Fähigkeiten dieser Fresszellen bei Mukoviszidose und anderen Lungenerkrankungen (COPD) eingeschränkt?)

Phillip Dänzer von der MHH ist den „Senior Scientists“ durch seine guten mündlichen Diskussionsbeiträge positiv aufgefallen und er wurde dafür mit dem „Most Active Student Award“ ausgezeichnet. Der Preis wurde ihm von Jelena Mandic verliehen, einer Patientin aus Serbien, die in einem eindrücklichen Vortrag zu Beginn der Veranstaltung über ein Leben mit Mukoviszidose berichtete.

Professor Marcus Mall (Charité Berlin) und PD Dr. Michael Hogardt (Uniklinik Frankfurt) haben als „Senior Scientists“ die Veranstaltung zusammen mit acht weiteren europäischen Mukoviszidose-Experten moderiert und durch Übersichtsvorträge bereichert. In insgesamt fünf solcher Übersichtsvorträge wurde das Thema Mukoviszidose umfassend beleuchtet und die aktuellen Therapien, diagnostischen Verfahren und möglichen Forschungsfelder dargestellt. Unisono wiesen alle „Senior Scientists“ darauf hin, dass es noch viel zu forschen gibt – denn die inzwischen verfügbaren Medikamente (Modulatoren) wirken leider nicht bei allen Patienten und können die Erkrankung auch nicht heilen. Manche interessante Frage lasse sich sogar erst jetzt unter dieser CFTR-Modulator-Therapie untersuchen.

Workshop zur Kommunikation von Forschungsergebnissen

„Wie kann ich meine Forschung laienverständlich vermitteln?“ fragte Belinda Cupid vom CF Trust die jungen Forscher. In einem Workshop vermittelte die Kommunikationsexpertin Tipps und Regeln zur Erstellung von Twitter Kurznachrichten. Am Ende des Workshops waren alle Teilnehmer aufgerufen, einen Tweed zu verfassen. Insgesamt 32 Tweets wurden erstellt und einer internationalen Jury, zu der auch Stephan Kruip, Vorstandsvorsitzender des Mukoviszidose e.V., gehörte, zur Beurteilung zugesandt. Die besten Tweets wurden prämiert und getwittert.

Von europäischen Patientenorganisationen organisiert

Das Europäische Nachwuchswissenschaftlertreffen wird in gemeinsamer Arbeit von verschiedenen europäischen Patientenorganisationen durchgeführt. Der Mukoviszidose e.V. ist von Anfang an dabei und hat schon vielen jungen Mukoviszidose-Forschern aus Deutschland die Teilnahme daran ermöglicht. Voraussetzung für eine Teilnahme ist, dass man eigene Forschungsdaten in einem Vortrag oder auf einem Poster präsentieren möchte und sich für die Teilnahme bewirbt. Das Interesse an dem Treffen ist groß und zusammen mit einem internationalen Gutachtergremium werden ca. 50% der Bewerber anhand ihrer eingereichten Projektzusammenfassungen ausgewählt.

Dr. Sylvia Hafkemeyer

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Ein Kommentar

  1. Erneut tolles Engagement des Vereins. Genau richtige Stossrichtung, um bei den Behandlungsoptionen voranzukommen, und die jungen Wissenschaftler für die CF Forschung zu begeistern und zu binden. Wenn noch nicht geschehen, sollte auch über transatlantische ,Forschungspartnerschaften, nachgedacht werden. Die Amerikaner haben Geld für große Projekte!

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