„Mit meinem Buch möchte ich dazu beitragen, dass Mukoviszidose vielleicht irgendwann einmal geheilt wird“ – Interview mit der Autorin Christine Rey

Christine Rey hat Mukoviszidose, ihre Schwester ist daran gestorben. Jetzt hat sie ein Buch geschrieben, eine Kurzgeschichte, in der auch ihre Krankheit eine große Rolle spielt. Der Erlös des Buches geht an den Mukoviszidose e.V., denn die Autorin möchte Menschen mit Mukoviszidose unterstützen. Im Interview mit muko.blog erzählt sie, wie ihr die Idee zu der Geschichte gekommen ist und wie sie darin ihre eigenen Erfahrungen verarbeitet hat.

Wie ist die Idee entstanden, ein Buch zu schreiben?

Das ist nichts, was spontan entstanden ist. Ich trage diese Geschichte schon sehr lange in mir und sie hat viel mit  meiner Schwester zu tun – auch wenn man das nicht herauslesen kann. Es sind viele Gefühle in mir, über die ich schreiben wollte und mir war es wichtig, einmal eine weniger bekannte Seite der Mukoviszidose zu zeigen.

Da ich seit etwa drei Jahren Kurzgeschichten schreibe und mich intensiv mit dem kreativen Schreiben beschäftige, lag das irgendwie nahe, beides miteinander zu verknüpfen.

Christine Rey mit ihrem Buch

Christine Rey mit ihrem Buch

Können Sie den Inhalt kurz skizzieren?

»Geile Zeit Eine romantische Geschichte« ist eine knapp sechzig Seiten lange Kurzgeschichte über die erste Liebe, das Verlassenwerden und die Angst, früh sterben zu müssen. Im Allgemeinen geht es um Freundschaft. Im Besonderen um Verzweiflung und Hoffnung, ums Verzeihenkönnen und dass es sich lohnt, niemals aufzugeben. Aufgelockert wird die Thematik durch die Art des Erzählens, den eigenen Humor der Figuren, sowie der Musik der australischen Rockband AC/DC, die im Background zu »hören« ist. Es ist keine Krankengeschichte, sondern die Liebesgeschichte einer kranken Protagonistin.

Ist die Geschichte auch an Ihren eigenen Erfahrungen angelehnt?

Ja. Kurz nach dem Tod meiner Schwester bekam ich die Diagnose. Darauf folgten Ängste und Schlafstörungen wie bei meiner Protagonistin. Auch das Nicht-mehr-turnen-Können und der untypische Krankheitsverlauf entsprechen den Tatsachen. Ich war natürlich schon verliebt, hatte Amerikaner im Bekanntenkreis und ein zehnjähriges Klassentreffen gab es auch.

Wie war der Schreibprozess für Sie?

Wie vorhin schon gesagt, beschäftige ich mich mit dem kreativen Schreiben. Ich stehe im Austausch mit anderen Autoren. Wir lesen und kommentieren unsere Texte gegenseitig, was mich im letzten Jahr einen großen Schritt nach vorne gebracht hat.

Dieser Schreibprozess war wie jeder andere auch: Mal himmelhochjauchzend, mal zu Tode betrübt. Ich war kurz davor, die Geschichte in die Tonne zu kippen, weil ich glaubte, das, was ich im Kopf hatte, nicht transportieren zu können. Dann habe ich mir aber ein Herz gefasst und sie den anderen Autoren gezeigt. Die Resonanz war für mich überwältigend. Ich habe danach noch ein paar Wochen am Text gearbeitet und aufgrund von Lesermeinungen nachgebessert. Meine beiden Lektoren waren auch begeistert von der Geschichte, gaben mir aber noch einige hilfreiche Tipps. Heute bin ich rundherum zufrieden, wie sich alles entwickelt hat.

Wo ist das Buch erhältlich?

Die Taschenbuchausgabe gibt es nur bei Amazon. Die beiden E-Book-Fomate (mobi und epub) sind in Shops wie Amazon, Thalia, Weltbild, Hugendubel … erhältlich.

Ich habe mich darum bemüht, das Taschenbuch auch im Buchladen an der Ecke verkaufen zu können. Dazu hätte ich jedoch einen anderen Distributor wählen müssen, mit entsprechend höheren Druck- und Nebenkosten. Der Verkaufspreis eines Exemplars wäre dann, trotz Spendenbonus, unangemessen hoch geworden.

Warum unterstützen Sie mit Ihrem Buch den Mukoviszidose e.V.?

Seit es die neuen Medikamente gibt und Neugeborene endlich auch auf Mukoviszidose gescreent werden, habe ich die Hoffnung, dass eines Tages kein Kind mehr an dieser Krankheit sterben wird. Dass sie frühzeitig erkannt und therapiert werden kann und niemand unter Symptomen leiden muss, die es ihm nicht ermöglichen, ein unbeschwertes Leben zu führen. Ich finde, da hat die Forschung einen großen Schritt getan. Damit das immer so weitergehen und Mukoviszidose eines Tages vielleicht geheilt werden kann, möchte ich mit meinem Buch einen Teil dazu beitragen. Daher geht der komplette Erlös aus dem Verkauf aller Bücher an den Verein.

Werden Sie weiter Bücher schreiben?

Oh ja, das habe ich vor. Mein Traum ist es, einmal einen Roman zu schreiben. Also über eine Strecke von 100 oder 150 Seiten durchzuhalten. Davon sehe ich mich momentan aber noch weit weg.

In »Geile Zeit« habe ich festgestellt, wie viel Spaß es macht Figuren anhand ihrer Dialoge zu skizzieren. Und szenisches Schreiben mag ich auch. Da werde ich weiter dran arbeiten. Ich kann mir auch gut vorstellen, mehr über Valentinas Zeit ohne Jayden zu schreiben, beziehungsweise die Geschichte schon früher beginnen zu lassen. Wer weiß, vielleicht werden wir eines Tages noch mehr über die beiden erfahren.

Mit Christine Rey sprach Juliane Tiedt.

 

Der Einband von "Geile Zeit - eine romantische Geschichte"

Der Einband von „Geile Zeit – eine romantische Geschichte“

Über das Buch

Valentina fürchtet sich vor dem Wiedersehen mit Jayden, der für sie Blütenblätter regnen ließ und bei Fackelschein zu Hardrock tanzte. Der Deutsch-Amerikaner wollte nach der Schule eine Zeit lang bei seinen amerikanischen Verwandten leben; danach sollte geheiratet werden. Doch dann kam alles anders.

Jetzt steht die todkranke Valentina vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens und will das Klassentreffen nutzen, Jayden ein letztes Mal zu sehen. Da rückt er mit einer Neuigkeit heraus – und auf einmal wendet sich wieder alles …

Erhältlich als Taschenbuch für 5 Euro (Amazon) und E-Book für 4 Euro (Amazon, Thalia, Weltbild). Der Erlös geht an den Mukoviszidose e.V.

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