Meine CF-Geschichte: Als Sporttherapeut Menschen mit Mukoviszidose helfen

Florian Junge ist Sportwissenschaftler und arbeitet mit jungen Mukoviszidose-Patienten. Für unsere Aktion „Erzähl deine CF-Geschichte“ im Mukoviszidose Monat Mai erzählt er uns im Interview, was das Besondere an seiner Arbeit ist und wie er dazu gekommen ist.

Sportlich: Florian Junge arbeitet mit jungen CF-Patienten.
Sportlich: Florian Junge arbeitet mit jungen CF-Patienten.

Was ist Ihr Berufsfeld und wie genau arbeiten Sie mit Menschen mit Mukoviszidose?

Ich habe Sportwissenschaften und –pädagogik studiert und arbeite seit Mai 2020 als Therapeut / Wissenschaftler mit pädiatrischen CF-Patienten (0 – 18 Jahre) am Christiane Herzog Zentrum der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Meine Hauptaufgabe ist die Betreuung der ambulanten Patienten. Bei längeren stationären Aufenthalt biete ich für diese auch ein individuelles Sportprogramm in Kooperation mit den Physiotherapeuten an.

Im ambulanten Bereich führe ich einmal im Jahr ein Beratungsgespräch mit den Patienten durch, dort werden folgende Punkte besprochen: IST-Zustand körperliche Aktivität (kA) in Minuten (welche Aktivitäten werden in der Freizeit ausgeführt?, welcher Sport wird im Verein/privat ausgeführt?,…) Interesse an Bewegung / Sportarten, ggfs. Empfehlungen zu mehr und/oder neuen Bewegungen/Vereinssport und Erstellung von Trainingsplänen mit Folgeterminen (in der Ambulanz oder telefonische/schriftliche Rückmeldungen) sowie Beratungsgespräche bei Neudiagnosen über das Thema körperliche Aktivität und die Bedeutung bei Mukoviszidose sowie die Relevanz eines aktiven Lebensstils.

Auf Wunsch des Patienten und/oder bei ärztlicher Anordnung kann ein Leistungstest zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit auf dem Fahrrad durchgeführt werden.

Zusätzlich führe ich wissenschaftliche Studien in der Ambulanz zum Thema kA durch und bin Mitglied im Arbeitskreis Sport vom Mukoviszidose e.V.

Bei allen Tätigkeiten, egal ob ambulant oder stationär, steht die Zusammenarbeit im Team im Vordergrund.

Florian Junge vor einem Poster
Junge ist auch Mitglied im AK Sport des Mukoviszidose e.V.

Wie sind Sie dazu gekommen, mit Menschen mit Mukoviszidose zu arbeiten?

Bereits im Kindesalter habe ich die Krankheit Mukoviszidose kennen gelernt, da ein Elternteil Patienten in der CF-Ambulanz betreut und ich dadurch früh eine Lungenfunktionsmessung kennenlernen durfte. Im Verlauf meiner beruflichen Weiterbildung habe ich mich im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit detaillierter mit der Krankheit befasst und wurde nach einem Praktikum in der MHH (Sportmedizin) als fester Mitarbeiter an der MHH eingestellt.

Was ist das Besondere daran?

Jeder Patient, egal ob gesund oder chronisch krank, benötigt eine individuelle Betreuung. Bei CF kommt als Herausforderung hinzu, dass durch unterschiedliche Krankheitsverläufe eine noch detailliertere / differenziertere Planung stattfinden muss.

Welche Herausforderungen sehen Sie in Ihrem Berufsfeld?

Durch den Einsatz von Modulatoren ändern sich in der Betreuung der Patienten viele verschiedene Punkte – es findet ein Paradigmenwechsel statt. Wo vorher Bewegungseinschränkungen und/oder leistungshemmende Faktoren vorlagen, „verschwinden“ diese durch die Modulatoren. Beratungen wandeln sich eher hin zu Trainingsberatung / Trainingssteuerung. Dadurch stellt sich die Frage, wie wichtig ein Sporttherapeut vor Ort für den CF-Patienten noch ist.

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