Reisen mit Mukoviszidose in Costa Rica – ein Erfahrungsbericht

Palmenstrände - ein Markenzeichen von Costa Rica

Palmenstrände – ein Markenzeichen von Costa Rica

Palmenstrände, sehr gastfreundliche Einheimische und ein tropisches Klima. CF-lerin Lena* reist seit einer Sprachreise nach dem Abitur immer wieder in das lateinamerikanische Paradies Costa Rica. Welche Erfahrungen sie dort als Mukoviszidose-Betroffene macht, hat sie uns für unseren Blog geschrieben.

Ich komme am Flughafen Juan Santamaria in der Hauptstadt San José an. Mein Gepäck ist sofort angekommen. Ich habe einen großen Reiserucksack an medizinischem Übergepäck für meinen dreimonatigen Aufenthalt in Costa Rica dabei.

Mit dem Microbus fahre ich fünf Stunden weiter an die Pazifikküste zu meiner Gastfamilie. Dort habe ich vier Wochen für einen Sprachkurs eingeplant.

Inhalieren in der Gastfamilie

Schon vom ersten Moment an fühle ich mich in der Gastfamilie sehr willkommen, nur die Mukoviszidose lasse ich unerwähnt. Bis auf eine regelmäßige Medikamenteneinnahme und zweimal Inhalieren mit dem eFlow[1] am Tag habe ich wenige gesundheitliche Einschränkungen. Die Inhalation vor Fremden ist mir allerdings sehr unangenehm. Daher verlege ich das Inhalieren ins Badezimmer. Oder ich warte auf einen Moment, wenn die andere Gastschülerin, mit der ich mir ein Zimmer teile, den Raum verlässt.

Da ich mich mit meiner Gastfamilie so gut verstehe und intensiver Spanisch lernen möchte, beschließe ich, statt vier Wochen zwei ganze Monate zu bleiben. Meine freiwillige Arbeit in einem Hostel kann ich glücklicherweise um einen Monat nach hinten verschieben. Die Umbuchung meines Flugtickets verläuft einfach und meine Mutter schickt mir per Post einen Nachschub an Kreon, Vitaminen und Bronchitol.

Beste Reisezeit für Mukoviszidose-Betroffene: die Regenzeit

Während eines Roadtrips bekomme ich stärkeren Husten. Meist wird der Hustenreiz durch die vielen, nicht asphaltierten Straßen und den wehenden Sand am Strand ausgelöst. Mein Umfeld wundert sich, dass mein Husten nicht besser wird. Meine einheimischen Freunde machen sich Sorgen. „Das habe ich immer. Ich habe chronischen Husten“, sage ich. Im Gespräch mit meiner Gastfamilie wird mir klar, dass die beste Reisezeit für mich die Regenzeit sein muss.

Von Mai bis November regnet es am Nachmittag oft bis zu mehrere Stunden sehr stark. Der Staub auf den Straßen würde mir und meiner Lunge dann erspart bleiben. Im September 2014 reise ich also erneut nach Costa Rica und merke, dass es mir gesundheitlich in der Regenzeit tatsächlich besser geht als in der Trockenzeit.

Schwierigkeiten mit der Medikamenteneinfuhr

Seit November 2015 darf ich das Medikament Ivacaftor nehmen und kann deutlich unbeschwerter reisen. Mein Gepäck hat sich fast halbiert und Staub und Sand machen mir nicht mehr zu schaffen.

Am Strand in Costa Rica

Am Strand in Costa Rica

Die Liebe zu Costa Rica wurde bei mir so groß, dass ich 2016 sogar mit den Gedanken spielte, dorthin auszuwandern. Durch meine Mukoviszidose-Ambulanz in Deutschland hatte ich den Kontakt zu einer Lungenärztin in San José hergestellt und fühlte mich für den Notfall gut versorgt.

Nur merkte ich, dass ein Versand meines Medikaments Ivacaftor nicht so einfach ist, wie bei meinen anderen Medikamenten. Der Versand und die Mitnahme dieses Medikaments durch Dritte sind in Costa Rica nämlich verboten. Nur die persönliche Einfuhr ist genehmigt. Aufgrund dieser gesetzlichen Regelung musste ich meinen Wunsch, nach Costa Rica auszuwandern, leider aufgeben. Mittlerweile genieße ich die Möglichkeit, mein Lieblingsland und alle meine Bekannten dort zu besuchen und in Deutschland von der besseren medizinischen Versorgung zu profitieren.

Lena*

* Name von der Redaktion geändert.

Weitere Erfahrungsberichte und Tipps zum Reisen mit Mukoviszidose gibt es hier im Blog in der Kategorie „Reisen mit Mukoviszidose“.

[1] Inhalationssystem

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.