Strawfie, Yelfie, Crazy Hair?

Mit Social-Media-Aktionen (wie die berühmte Ice-Bucket-Challenge) machen gemeinnützige Organisationen vor allem im englischsprachigen Raum auf Krankheiten, zum Beispiel auch auf Mukoviszidose, aufmerksam. Wir haben uns ein paar von diesen Aktionen mal genauer angesehen. Und uns interessiert: Was haltet Ihr von solchen Aktionen?

Mit Eiswasser gegen ALS

2014 ging der Eimer mit Eiswasser um die Welt: Mit der sogenannten Ice-Bucket-Challenge machten Menschen auf der ganzen Welt auf die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam. Bei der Aktion filmten sich Menschen dabei, wie sie sich einen Eimer mit eiskaltem Wasser übergossen und stellten diese Bilder in soziale Netzwerke ein. Bei der Berührung des eiskalten Wassers fühlt man sich kurz gelähmt – dies war die Beziehung zur Nervenkrankheit ALS. Verbunden mit der Social-Media-Aktion war der Aufruf, an die ALS Association zu spenden. Nicht alle sahen die Kampagne positiv. Die Frankfurter Rundschau etwa schrieb: „Mittlerweile schwappt die Eiskübel-Welle weiter, ohne dass noch großartig auf diesen ernsten Hintergrund hingewiesen wird. Bei der aktuellen Flut an Eiswasser in sozialen Netzwerken bekommt man den Eindruck, es werde nur noch Wasser geschüttet, um sich ins Gespräch zu bringen.“[1]

Doch auch wenn die Aktion nicht überall beliebt war, kamen durch die Ice-Bucket-Challenge mehr als 220 Mio. Euro für ALS-Organisationen weltweit zusammen.[2] Eine unglaubliche Zahl. Mit diesem Geld sei sogar ein neues Gen entdeckt worden, das zur Entstehung der Krankheit führe, berichteten Medien kürzlich.[3]

Ein Phänomen dieser Aktion war außerdem, dass sich die Ice-Bucket-Challenge auch auf andere Charity-Organisationen und deren Themen ausgeweitet hat. Für den Mukoviszidose e.V. haben sich damals ebenfalls viele hundert Menschen nassgemacht und Spenden für den Guten Zweck gesammelt.

Und Mukoviszidose?

Wahrscheinlich hat keine Social-Media-Aktion nach der Ice-Bucket-Challenge wieder so viel Geld für den guten Zweck eingebracht. Aber immer wieder gibt es engagierte Menschen, die sich eine solche Aktion ausdenken. Und wir werfen einmal einen Blick auf Social-Media-Kampagnen zum Thema Mukoviszidose.

Strawfie-Challenge

Da wäre zum Einen die Strawfie-Challenge: Menschen werden dazu aufgerufen, sich 60 Sekunden lang die Nase zuzuhalten und dabei durch einen Strohhalm (Straw) zu atmen. So sollen sie erfahren, wie es für einen CF-Betroffenen sein kann zu atmen. Das Bild davon wiederum posten sie auf ihrer Facebook-, Twitter- oder Instagram-Seite und fordern ihre Freunde dazu auf, es ihnen gleich zu tun.

Auch diese Aktion ist mit einem Spendenaufruf (an den englischen Cystic Fibrosis Trust) verbunden. Zur Kampagne gibt es sogar einen passenden Song, den Titel „Breathe with me“. Die Strawfie-Challenge wurde im Jahr 2015 gestartet und wird kontinuierlich weiter betrieben. Zahlen darüber, wie viel Geld für den guten Zweck gesammelt werden konnte, gibt es zur Strawfie-Challenge leider nicht. Gibt man bei Google den Begriff ein, findet die Suchmaschine 8.030 Treffer (zum Vergleich: Bei der Ice-Bucket-Challenge sind es über 2 Millionen).

Gelbe Kleidung, Schuhe und verrückte Haare

Der britische Cystic Fibrosis Trust ruft jedes Jahr dazu auf, an einem bestimmten Tag (2016 war das der 1. Juli) gelbe Kleidung zu tragen, um auf Mukoviszidose aufmerksam zu machen. Natürlich soll auch davon ein Selfie gepostet werden (Yellow+Selfie=Yelfie) und nach Möglichkeit gespendet werden. Der Hintergrund der Aktion: Gelb ist die Farbe des Cystic Fibrosis Trust.

Doch damit nicht genug. 2015 initiierte eine amerikanische Wohnungsbaugesellschaft MCLife ebenfalls eine Kampagne zum Thema Cystische Fibrose. Die Firma rief die Öffentlichkeit dazu auf, ein Selfie von den eigenen Schuhen zu machen und diese auf den sozialen Medien zu posten. Leider wird im Kampagnenaufruf nicht erklärt, was Schuhe mit dem Thema Mukoviszidose zu tun haben. Der Kampagnenaufruf war mit der Erklärung des Unternehmens verbunden, bei einer Laufveranstaltung zum Thema Mukoviszidose teilzunehmen. Vielleicht war das der Grund.

Der Crazy-Hair-Day ist ein jährlich stattfindendes Fundraising-Event in Australien, bei dem Schüler dazu aufgerufen werden, mit „verrückten Haaren“ zur Schule zu kommen und so auf Mukoviszidose aufmerksam zu machen. Das Event funktioniert nach dem Prinzip „Teilnahme gegen Spende“ und ist so vor allem für Fundraising gedacht.

Zur Aktion

Einatmen für Cystische Fibrose

Im Mai 2016 wiederum initiierte die Amerikanische Cystic Fibrosis Foundation die „Take a breath“ Kampagne. Der amerikanische Sänger Richard Marx ruft dabei in einem Video dazu auf, sich beim Atmen zu filmen und dabei zu sagen „I am taking a breath for CF“ (Ich atme ein für CF). Zahlreiche Prominente beteiligten sich, darunter beispielsweise Sylvester Stallone und Ringo Starr. So möchte die Cystic Fibrosis Foundation darauf aufmerksam machen, dass es für Mukoviszidose-Betroffene nicht so einfach ist, einzuatmen.

Weitere Infos zur Aktion

Eure Meinung

Mit den sozialen Medien kann man viele Menschen erreichen. Und eine gelungene Social-Media-Aktion kann dazu beitragen, auf eine Krankheit aufmerksam zu machen und vielleicht viel Geld zu sammeln. Die Ice-Bucket-Challenge hat es gezeigt. An den Aktionen zum Thema Mukoviszidose sieht man aber auch, dass es vielleicht nicht immer ganz einfach ist, eine Aktion zu starten, die „viral“ wird, also weltweit in sozialen Netzwerken geteilt wird. Trotzdem können dadurch Menschen erreicht werden, die sich dadurch mit der Krankheit beschäftigen.

Wie seht ihr das? Sind solche Social-Media-Aktionen sinnvoll? Habt Ihr noch von anderen Aktionen gehört oder sogar eine eigenen Idee?

Juliane Tiedt

 

[1] http://www.fr-online.de/meinung/als-ice-bucket-challenge-verwaessertes-internet-meme,1472602,28174682.html

[2] http://www.newyorker.com/magazine/2016/07/25/als-and-the-ice-bucket-challenge

[3] http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Durch-Ice-Bucket-Challenge-Forscher-finden-Gen-welches-ALS-beguenstigt-id38643047.html

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