„… und mein Leben ist doch ein Ponyhof!“ Haustiere und Mukoviszidose Teil 3

Schon als Kind ist Ann-Christin Schneider viel geritten. Über eine Reitbeteiligung kam sie später zu ihrem Pony Punk. Für unsere Blogserie „Haustiere und Mukoviszidose“ hat sie ihre Beziehung zu Punk beschrieben.

Vom Zusammenleben mit Pony Punk

Ich war schon als Kind den Großteil meiner Freizeit auf dem Pferderücken zu finden. Meine Eltern zogen den Vorteil von frischer Luft und Glückseligkeit ihrer pferdevirusinfizierten Tochter den strengen Hygienerichtlinien und Bedenken der damaligen Ärzte vor. Mit der Pubertät fand die Reiterei kurzfristig ein Ende. Im Studium fixte mich dann eine Kommilitonin wieder an und ich bekam erneut Lust auf Pferdeduft, Ausritte im Sattel und Stallmief.

Nach einigen Reitstunden war klar: Eine Reitbeteiligung musste her. Eine, mit der man frei entscheiden kann, ob man lieber ausreiten oder auf den Reitplatz gehen möchte, wo einem das Pferd nicht fertig frisiert und gesattelt vor die Nase gestellt wird, mit der man aber auch in Form von Reitunterricht etwas dazu lernen kann. Ich habe mir verschiedene Möglichkeiten angesehen und landete nach einigen Wochen bei ihm: Schimmel Punk. Damals bereits über 20 Jahre alt, sehr zottelig, meist extrem griesgrämig. Eigentlich war er mir zu klein. Eigentlich war er mir zu unfreundlich und eigentlich war mir die Haltungsform zu robust. Die Offenstallanlage lag irgendwo im Nirgendwo, es gab nur begrenzt Strom und fließendes Wasser, dafür aber viel Matsch. Trotzdem blieb ich. Nicht, weil das Pony so nett war. Aber die Stallgemeinschaft war toll und mit der Besitzerin kam ich auch sehr gut zurecht.

Zunächst kümmerte sich Ann-Christin Schneider in einer Reitbeteiligung um Punk. Später konnte sie ihn dann übernehmen.

Zunächst kümmerte sich Ann-Christin Schneider in einer Reitbeteiligung um Punk. Später konnte sie ihn dann übernehmen.

Ablenkung durch das Pony

Nach wenigen Monaten mit Punk flog mein Lebensgefährte Christian – mein heutiger Ehemann – in den Kriegseinsatz nach Afghanistan. Im Stall fand ich Ablenkung und eine Aufgabe und wuchs mehr und mehr mit dem eigenwilligen Ponymann zusammen. Wir ritten im Reitunterricht, nahmen an Pferderallyes teil und machten die Umgebung unsicher. Ende des ersten Jahres sprach mich die Besitzerin an. Sie wollte gerne ins Ausland gehen. Ohne Punk. Zunächst würde er in ihrem Besitz hier bei mir bleiben. Sollte ich ihn aber übernehmen wollen, würde sie ihn mir schenken. Ich habe nicht lange überlegt. Janine ging nach Dänemark und wir blieben hier. Aufgrund der schlechten Verkehrsanbindung des Stalls wechselten wir allerdings und zogen in einen Stall, den ich in fünf Minuten mit dem Fahrrad erreichen konnte.

Ann-Christin Schneider hofft, dass Punk und sie noch einige gute Jahre zusammen haben werden.

Ann-Christin Schneider hofft, dass Punk und sie noch einige gute Jahre zusammen haben werden.

Nach zwei Jahren zogen wir erneut um. Mein Gesundheitszustand hatte sich verschlechtert und ich konnte die regelmäßig anfallende Stallarbeit nicht mehr erledigen. Auch Punk brauchte mehr Ruhe, als im Offenstall möglich war. Ende 2009 zogen wir daher in einen richtigen Pensionsstall, in dem mir das Misten abgenommen wird. Ich muss nur das Futter vorbereiten. Ist das Heu zu staubig, erledigen das meine Freundinnen für mich. Auch in meinem Spind zu finden: ein Mundschutz für den Fall der Fälle. Ist das Wetter schlecht und die Reithalle nicht gesprengt, verzichte ich lieber aufs Reiten. Mittlerweile ist Punk in Rente und ich habe wieder eine Reitbeteiligung. Bis Dezember letzten Jahres waren er und ich auch im Sattel ein Team, jetzt nur noch am Boden. Im August feierten wir seinen 31. Geburtstag. Er ist wunderbar. Er ist mein Leben. Ich hoffe, dass wir noch ein paar gute Jahre zusammen haben.

Ann-Christin Schneider

Informationen zu medizinischen Aspekten und zur Hygiene gibt es in Teil 1 unserer Blogserie „Haustiere und Mukoviszidose“

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