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Im Januar 2027 fängt mein Lebensabend an

Nach 40 Jahren Berufsleben in leitender Position hat sich Waltraud entschieden, ein neues Kapitel aufzuschlagen – den Ruhestand mit Mukoviszidose. Im Beitrag blickt sie auf ihr berufliches Wirken und Therapiefortschritte zurück, die ihr das Leben leichter gemacht haben, und schmiedet Pläne für die (nahe) Zukunft. Ihr Bericht ist Teil der Leserbrief-Beiträge zur aktuellen MUKOinfo-Ausgabe „Lebensabend mit CF“, die im Juni erschienen ist.

Mein Name ist Waltraud Ralle-Klein und ich bin seit fast 42 Jahren mit meinem lieben Mann verheiratet. Ich habe zwei richtig tolle Kinder (41 und 33 Jahre alt) und zwei ganz tolle Enkelkinder (sechs und fast vier Jahre alt). Wir leben alle zusammen in der kleinen Seefahrerstadt Elsfleth.

Ich habe mich entschlossen, dass mein Lebensabend im Januar 2027 beginnen wird. Dann habe ich, meine Ausbildung eingeschlossen, seit 1982 – mit einer Unterbrechung von zwei Jahren (arbeitsuchend und ein Erziehungsjahr) – bis auf zwei Jahre in Vollzeit gearbeitet.
 

Ich möchte nicht mehr immer auf die Uhr schauen müssen

Ich bin Erzieherin mit einer Zusatzqualifikation in heilpädagogischer Frühförderung und qualifizierte Elternbegleiterin. Mit einem Stellenanteil leite ich ein Familien- und Kinderservicebüro.

Ich habe immer Freude an meinem Beruf gehabt und gehe schweren Herzens. Ich lasse drei tolle Teams zurück. Mein Entschluss steht fest, denn ich merke schon an vielen Stellen, wie anstrengend die Arbeit in Verbindung mit der Mukoviszidose sein kann.

Ich möchte langsam nicht mehr auf die Uhr schauen müssen, um morgens pünktlich loszukommen. Mir tut es gut, wenn es weniger hektisch zugeht und ich nicht mehr so viel koordinieren und berücksichtigen muss.

Meine Kinder und Enkelkinder brauchen mich auch noch. Das ist eine schöne Abwechslung und eine wunderschöne Aufgabe. Es gibt auch viele Hobbys, die geweckt werden wollen.
 

Nach der Diagnose hat sich einiges gesundheitlich zum Guten geändert

Seit bei mir die Diagnose gestellt wurde, hat sich gesundheitlich eine Menge positiv verändert. Ich bekam Enzyme, nahm endlich zu und hatte keine Bauchschmerzen mehr. Im Nachhinein ist mir bewusst geworden, wie oft ich an den Wochenenden einfach nur erschöpft war und wenig Lust hatte, etwas zu unternehmen. Das hat sich geändert.
 

In Bewegung bleiben, ist sehr wichtig

Durch die Modulatoren ging es mir noch einmal besser, denn ich bekam besser Luft und hatte nicht mehr so starken Husten. Die Lebensqualität ist deutlich gestiegen. Ich habe eine sehr gute Ambulanz in der Kinderklinik Oldenburg, die mich seit Jahren begleitet. Einmal in der Woche kommt meine Physiotherapeutin Ina zur autogenen Drainage zu mir nach Hause.
 

Ich gehe zum Rehasport und walke vom Frühjahr bis in den Spätherbst zweimal pro Woche sieben Kilometer. In Bewegung zu bleiben, ist sehr wichtig. Das merke ich immer nach dem dunklen Winter, wenn es wieder losgehen muss.
Nun werde ich meine letzten Arbeitsmonate – mit viel Urlaub dazwischen – noch genießen.

Eure Waltraud Ralle-Klein
 

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Zuletzt aktualisiert: 23.03.2026