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Hilfreicher Wissensaustausch und Menschen, die einen verstehen

Theresas Sohn erhielt kurz nach der Geburt die Diagnose Mukoviszidose. Der Schock riss den frisch gebackenen Eltern erst einmal den Boden unter den Füßen weg. Die Frage, wie andere Betroffene vor allem im Alltag damit umgehen, führte Theresa dann zur Mukoviszidose-Selbsthilfe. Heute leitet sie gemeinsam mit Martin aus Essen die Regionalgruppe Ruhrgebiet des Mukoviszidose e.V. Im Blog beschreibt sie ihren Weg in die Selbsthilfe.

Mein Weg zur Mukoviszidose-Selbsthilfe

Drei Wochen nach Geburt unseres Sohnes kam der Anruf aus der Klinik: die Testergebnisse des Neugeborenenscreenings zeigten Auffälligkeiten. In Bochum gebe es eine Mukoviszidose-Ambulanz, in der wir uns umgehend vorstellen sollten. Ich selbst hatte in der Grundschule eine Freundin mit Mukoviszidose, ansonsten waren wir bislang nicht in Kontakt mit der Erkrankung gekommen. Es schien unwirklich und wir glaubten eigentlich an ein fälschlicherweise positives Ergebnis im Screening.

Umso größer war der Schock, direkt mit der Diagnose konfrontiert zu werden. Es war eindeutig, unser Sohn hat Mukoviszidose. Viele, die diesen Artikel lesen, wissen, oder können sich vorstellen, wie einem das erst einmal den Boden unter den Füßen wegreißt.

Vollgepackt mit ersten Informationen – vorerst nur mit den notwendigsten, die jedoch mit voller Wucht einschlugen - gingen wir nach Hause. Das Wochenende zum ersten Advent 2024 lag vor uns.

Ziemlich schnell wurde klar, dass die Mukoviszidose-Ambulanz eine riesige Stütze ist. Wir durften alle Fragen stellen und es wurde sich Zeit für uns genommen, worüber wir, gerade zu Beginn, unendlich dankbar waren. So gingen wir nach jedem Ambulanz-Termin mit wertvollen Hinweisen und Informationen nach Hause. Jedoch stellte und stellt uns der Alltag nochmal vor eine ganz andere Realität. Die Frage, wie andere Betroffene mit der Erkrankung leben und Regeln sowie Therapien in den Alltag integrieren, kann einem das beste Behandler-Team nicht beantworten.

Somit suchte ich zeitnah die Möglichkeit der Anbindung an eine Selbsthilfegruppe. In Bochum selbst gab es keine Selbsthilfeaktivität. Über die Seite des Mukoviszidose e.V. nahm ich Kontakt mit der Regionalgruppe in Essen auf.

Warum engagiere ich mich ehrenamtlich?

Schnell wurde klar, dass nicht viele den Weg in eine Selbsthilfegruppe finden. Ich fragte mich, warum ist das so? Dabei muss der Bedarf an Austausch da sein, davon bin ich überzeugt. In der Selbsthilfegruppe geht es nicht nur um den hilfreichen Wissensaustausch, sondern um das besondere Gefühl, sich mit Menschen austauschen zu können, die dasselbe erleben und einen verstehen, ohne lange Erklärungen vorweg. Diese Kontakte empfinde ich als unglaublich wertvoll. Somit entschied ich mich einzubringen, um dazu beizutragen, dass sich mehrere Betroffene zum Austausch vernetzen.

Wir taten uns also zusammen – Bochum und Essen – und verwandelten die Regionalgruppe Essen in eine neue weiter gefasste Regionalgruppe Ruhrgebiet, die wir nun zu zweit leiten.

Nicht nur der Austausch gehört zur Selbsthilfe

Neben dem Austausch beinhaltet die Selbsthilfe für mich auch eine weitere Säule. Wir sind unglaublich privilegiert, da wir in Deutschland leben und Zugang zur bestmöglichen Therapie haben. Für viele Menschen auf der Welt bedeutet die Diagnose bis heute etwas ganz anderes. Dort gibt es viel weniger Hoffnung, als wir sie haben dürfen. Daher muss weiter in die Forschung investiert werden. Ich persönlich habe die Hoffnung, dass auch unser Sohn noch weitere Forschungserfolge erleben darf.

Für diese und weitere Themen werden Spenden benötigt. Ich hoffe, auch unsere Regionalgruppe wird in Zukunft einen Teil dazu beitragen können, das ein oder andere Projekt zu unterstützen.

Warum abwarten?

Viele fragen mich, wie ich so früh dazu kam, mich zu engagieren. Ich bin eher irritiert über diese Frage, denn für mich zeigte sich unmittelbar der Benefit, den ich sowohl persönlich, als auch perspektivisch für die Erkrankung, mitnehmen darf.

Meine Motivation ist das Wertvollste, was ich habe: unser Sohn. Ich habe Hoffnung - ich möchte ihm ermöglichen, möglichst sorgenfrei leben zu können.

Theresa

Mukoviszidose-Selbsthilfegruppe in Deutschland finden

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Zuletzt aktualisiert: 23.03.2026