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30 Pflanzen Challenge: Regionales und Saisonales im Fokus

In einer Zeit, in der wir im Supermarkt zu jeder Jahreszeit Erdbeeren, Spargel oder Tomaten kaufen können, haben wir oft völlig aus den Augen verloren, was eigentlich wann bei uns in Deutschland wächst. Die Globalisierung und moderne Kühlketten machen es möglich, dass Lebensmittel aus aller Welt rund um die Uhr verfügbar sind. Doch immer mehr Menschen besinnen sich auf den Wert von regionalen und saisonalen Lebensmitteln. Warum das so ist und welche Vorteile das mit sich bringt, zeigt ein genauerer Blick auf unseren Teller.

Was bedeutet regional und saisonal eigentlich?

  • Saisonal bedeutet, dass Obst und Gemüse genau dann geerntet und verbraucht werden, wenn ihre natürliche Wachstums- und Reifezeit bei uns in der Region ist. Aktuell im September gibt es noch ein breites Angebot an saisonalem Obst (Äpfel, Birnen, Brombeeren, Mirabellen…) und Gemüse (Kohlrabi, Broccoli, Mangold …) Im Saisonkalender der Verbraucherzentrale kannst Du Dich informieren.
  • Regionale Lebensmittel stammen aus der unmittelbaren Umgebung – meist aus dem eigenen Bundesland oder einem Umkreis von maximal 50 bis 100 Kilometern. Aber Achtung: häufig wird mit den Begriffen wie “aus der Region”, “von hier” oder “aus der Heimat” geworben. Es gibt für diese Begriffe keine Definition. Schau Dir genau an, wo das Lebensmittel produziert oder geerntet wurde.

Die großen Vorteile für die Umwelt

Der wohl größte Pluspunkt von regionalem und saisonalem Konsum ist der Klimaschutz.

  • Kürzere Transportwege: Wenn Erdbeeren im Winter eingeflogen oder Tomaten aus beheizten Gewächshäusern in Südeuropa importiert werden müssen, verbraucht das extrem viel Energie und verursacht massenhaft CO2. Regionale Produkte sparen diese Transportemissionen ein. Z.B. werden Birnen nur während der Hauptsaison im Frühherbst aus Deutschland oder Italien angeboten. Den Großteil des Jahres werden sie aus China, Südamerika oder Südafrika importiert.
  • Weniger Verpackung: Lokale Erzeuger, wie Bauern auf Wochenmärkten oder bei der Direktvermarktung (Hofläden), verpacken ihre Ware oft deutlich weniger in Plastik als die großen Supermarktketten.

Geschmack und Frische, die man schmeckt

Wer schon mal einen reifen, im Freiland gewachsenen Apfel aus der Region probiert hat, kennt den Unterschied. Wenn Obst und Gemüse auf den Punkt reif geerntet werden, ist der Geschmack intensiver. Äpfel sind das liebste Obst der Deutschen – rund 20 Kilogramm verzehren wir jährlich pro Kopf. Es gibt in Deutschland etwa 1.500 Apfelsorten, von denen mengenmäßig nur rund 30 relevant sind. Supermärkte bieten zum Teil nur fünf bis sechs Apfelsorten an. Im Bio-Einzelhandel und in Hofläden ist die Auswahl oftmals vielfältiger, und es sind auch weniger bekannte Sorten im Angebot. Kennst Du z.B. die Apfelsorte Ontario oder die goldene Renette?

  • Du kannst auf Streuobstwiesen auch selber regionales Obst ernten. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) oder der Verein Hochstein Deutschland hat eine Landkarte erstellt, wo Du in deiner Region frisches Obst pflücken kannst.
  • Hast Du schon mal was von Selbsterntegärten gehört? Ein Selbsterntefeld besteht aus Parzellen mit über 30 Gemüsearten, Kräutern und Blumen. So entstehen Vielfalt auf dem Feld und ein Ort der Begegnung. Die Mieterinnen und Mieter freuen sich über erntefrisches Bio-Gemüse zum kleinen Preis. Für viele Menschen beginnt auf dem Acker auch eine spannende Lernreise: Was wächst wann und wie?

Herausforderungen im Alltag

Natürlich ist es nicht immer leicht, sich im Supermarkt nur regional und saisonal zu ernähren. Im Winter ist die Auswahl an frischem, heimischem Gemüse eingeschränkt – exotische Früchte wie Bananen oder Avocados wachsen bei uns einfach nicht.


Unser Tipp: Es geht nicht um Perfektion! Niemand muss komplett auf Südfrüchte verzichten. Der Schlüssel liegt in der Balance: Im Sommer und Herbst aus dem Vollen schöpfen und im Winter bewusst auf lagerfähiges, heimisches Gemüse setzen.


Noch eine Stellungnahme zu so genannten Superfoods: Ausgewiesene Superfood-Lebensmittel haben oft eine weite Reise hinter sich.

  • Avocados (von Mexico nach Hamburg per Frachtschiff ca. 9800 km) lassen sich in Rezepten durch Erbsenpüree ersetzen. Wenn Du die in Avocado enthaltenen ungesättigten Fettsäuren ersetzen möchtest, kannst Du auf heimische Walnüsse zurückgreifen.
  • Quinoa hat noch eine längere Reise hinter sich (von Peru nach Hamburg per Frachtschiff ca. 12 000 km). Verzehre nur mäßig importierten Quinoa und achte auf fair gehandelte und biologisch produzierte Ware. Für Lunch-Bowls kann auf heimische Hirse oder Buchweizen ausgewichen werden.
  • Mandeln werden zu einem sehr großen Anteil in Kalifornien angebaut, somit liegt der Transportweg mit 15.500 km an der Spitze dieser Aufzählung. Anstelle von Mandeln lassen sich sehr gut heimische Nüsse und Saaten wie Walnüsse, Haselnüsse oder Sonnenblumenkerne verwenden. Statt Mandeldrink empfehlen sich andere Milchersatzprodukte wie Hafer- oder Hirsedrink. Müssen es doch mal Mandeln sein, achte am besten auf eine europäische Herkunft und Bioanbau.

Autorin: Katrin Schlüter für den AK Ernährung im Mukoviszidose e.V.

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Zuletzt aktualisiert: 23.03.2026